
Asiatische Hornisse
Asiatische Hornisse (Vespa velutina)
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Süd- und Südostasien. Anfang der 2000er Jahre wurde sie vermutlich über den internationalen Warenverkehr, etwa in Transportkisten, nach Europa eingeschleppt und hat sich seitdem in mehreren Ländern ausgebreitet. Sie gilt als invasive Art und kann heimische Insektenbestände, insbesondere Wild- und Honigbienen, stark beeinträchtigen.
Im Vergleich zur Europäischen Hornisse ist die Asiatische Hornisse etwas kleiner (meist 2–3 cm), insgesamt dunkler gefärbt und wirkt schlanker. Typisch sind der überwiegend dunkelbraun bis schwarze Körper, ein deutlich orange-gelber Ring am vierten Hinterleibssegment und gelbe Beine mit dunklen Schenkeln. Die Europäische Hornisse ist größer, kräftiger gebaut und zeigt ein stärker gelb-rot gemustertes Hinterleib ohne den klar abgesetzten dunklen Körper.
Asiatische Hornissen bauen meist große, papierartige Nester in Bäumen, hohen Sträuchern oder an Gebäuden, oft in größerer Höhe. Sie ernähren sich vor allem von anderen Insekten, aber auch von zuckerhaltigen Pflanzensäften und Fallobst. Die Tiere sind vor allem tagsüber aktiv, mit einem Schwerpunkt in den wärmeren Monaten von Frühling bis Herbst. Für den Menschen sind sie in der Regel nicht aggressiver als andere Wespenarten, sollten aber wegen ihrer Größe und Stichempfindlichkeit mit Vorsicht behandelt werden.
Infobox: Wichtige Fakten zur Asiatischen Hornisse
- Wissenschaftlicher Name: Vespa velutina
- Herkunftsgebiet: Süd- und Südostasien
- Größe: Arbeiterinnen ca. 2–3 cm, Königinnen größer
- Typische Lebensräume: Siedlungsnähe, Gärten, Waldränder, Kulturlandschaften mit reichlich Blüten und Nistmöglichkeiten
Vorschlag Titelbild: Nahaufnahme einer Asiatischen Hornisse an einer Blüte, die typische dunkle Körperfärbung mit orange-gelbem Hinterleibsring und gelben Beinen ist klar erkennbar; der Hintergrund ist weich und neutral gehalten, damit das Tier im Mittelpunkt steht.

Auswirkungen der Asiatischen Hornisse auf heimische Ökosysteme
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gilt in Europa als invasive Art, weil sie ursprünglich aus Asien stammt, hier keine natürlichen Feinde in vergleichbarer Dichte hat und sich seit ihrer Einschleppung rasch ausbreitet. Sie jagt bevorzugt Honigbienen, aber auch Wildbienen und andere Insekten. Vor Bienenstöcken lauert sie im Schwirrflug und schwächt Völker durch ständigen Jagddruck, geringere Sammelaktivität und direkte Verluste an Flugbienen.
In der Imkerei können dadurch Honigerträge sinken, Völker im Spätsommer geschwächt in den Winter gehen oder im Extremfall zusammenbrechen. Wildbienen sind ebenfalls betroffen, was lokale Bestäubungsleistungen und damit ganze Ökosysteme beeinträchtigen kann. Für den Menschen ist der Stich in der Regel nicht gefährlicher als der anderer Wespen- oder Hornissenarten; das Risiko besteht vor allem für Allergiker oder bei mehrfachen Stichen, etwa in Nestnähe.
In Europa hat sich die Art seit ihrer Entdeckung in Frankreich Mitte der 2000er Jahre über große Teile Westeuropas ausgebreitet, darunter Spanien, Portugal, Italien, Belgien und die Niederlande. Im deutschsprachigen Raum liegen inzwischen Nachweise aus Deutschland, der Schweiz und Österreich vor, meist zunächst in wärmeren Regionen und Flusstälern. Ein sachlicher Umgang mit Monitoring, Meldesystemen und gezielter Nestbekämpfung gilt derzeit als wichtigste Maßnahme.
Vorgeschlagenes Schaubild: Links ein vereinfachtes Diagramm, das den Einfluss der Asiatischen Hornisse auf Honigbienen- und Wildbienenpopulationen zeigt (Pfeile von Hornisse zu Bienen, Symbol für sinkende Bestäubungsleistung). Rechts eine stilisierte Karte Europas mit farblich markierten Regionen der bisherigen Verbreitung und Pfeilen, die die Ausbreitungsrichtung in den deutschsprachigen Raum andeuten.
Umgang mit der Asiatischen Hornisse – richtig handeln, Schäden vermeiden
Für Privatpersonen und Kommunen: Wenn Sie eine verdächtige Hornisse oder ein großes, rundes Nest hoch im Baum oder an Gebäuden entdecken, halten Sie Abstand (mindestens 10–15 Meter) und machen Sie nach Möglichkeit ein Foto aus sicherer Entfernung. Melden Sie den Fund umgehend über die zuständige Naturschutzbehörde, das örtliche Umweltamt oder die offizielle Meldeplattform Ihres Bundeslandes. Geben Sie dabei genaue Standortdaten (Adresse, GPS, markante Punkte) und eine kurze Beschreibung an. Entfernen oder beschädigen Sie Nester niemals selbst: Unsachgemäße Eingriffe sind gefährlich, können zu massiven Angriffen führen und sind rechtlich problematisch. Die Beseitigung darf nur durch geschulte Fachkräfte mit entsprechender Schutzausrüstung und Genehmigung erfolgen. Sinnvolle Maßnahmen zur Eindämmung sind vor allem frühes Melden, systematisches Monitoring durch Behörden und Fachstellen sowie die gezielte Beseitigung bestätigter Nester durch Profis – nicht jedoch das wahllose Aufstellen von Fallen oder das Zerstören von Insektenhabitaten.

Für Imkerinnen und Imker: Kontrollieren Sie Ihre Stände regelmäßig auf jagende Hornissen vor den Fluglöchern und führen Sie ein einfaches Monitoring mit Beobachtungszeiten und Notizen durch. Nutzen Sie Fallen oder Locksysteme nur, wenn diese behördlich empfohlen oder genehmigt sind, und achten Sie auf selektive Systeme, um andere Insekten zu schonen. Reduzieren Sie bei Bedarf die Fluglochgröße, bieten Sie Ihren Völkern Rückzugs- und Schattenplätze und vermeiden Sie unnötige Reize wie offene Futterquellen. Arbeiten Sie eng mit Imkervereinen, Naturschutzbehörden und spezialisierten Fachstellen zusammen, um Funde korrekt zu melden, Nester professionell entfernen zu lassen und regionale Bekämpfungsstrategien abzustimmen. So schützen Sie Ihre Völker wirksam, ohne gegen Naturschutzrecht zu verstoßen.
Asiatische Hornisse im Kanton Aargau melden
Funde der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) im Kanton Aargau sollten umgehend an die zuständigen kantonalen Stellen gemeldet werden, damit eine rasche Bekämpfung und Eindämmung möglich ist.
Wo der Fund gemeldet werden kann
Meldung an die kantonale Fachstelle für Umwelt oder Naturschutz über das offizielle Online-Meldeformular des Kantons Aargau.
Alternativ Meldung an die Gemeindeverwaltung mit Angabe von Fundort, Datum, Anzahl Tiere und – wenn möglich – Foto.
Bei Verdacht auf ein Nest Kontaktaufnahme mit der kantonalen Stelle für Invasive Arten, damit eine fachgerechte Entfernung organisiert werden kann.
Für eine korrekte Identifikation sind scharfe Fotos aus sicherer Distanz hilfreich. Nester und Tiere sollten nicht eigenständig bekämpft werden, um Gefährdungen für Menschen und einheimische Insekten zu vermeiden.

